Was ein seriöser Schlüsseldienst tut — und in welcher Reihenfolge

Nicht welche Methode, sondern welche zuerst. Wer die Reihenfolge kennt, erkennt in dem Moment, in dem es zählt, ob gerade geöffnet oder verkauft wird.

Welcher Türzustand ist es bei dir?

Türzustand vergleichen

Eine Türöffnung ist eine Leiter, und sie wird von unten gestiegen: erst schildern, dann ansehen, dann ohne Schaden öffnen — und erst ganz oben zerstören. Jede Stufe, die jemand überspringt, kostet dich Geld. Greift er an einer nur zugezogenen Tür zur Bohrmaschine — stopp.

Die Reihenfolge, in der geöffnet wird

Der Zustand deiner Tür entscheidet, wie weit oben auf dieser Leiter die Arbeit endet. Bei der zugezogenen Tür endet sie auf Stufe drei, und das ist der Regelfall der Aussperrung: der ADAC schreibt, eine lediglich zugefallene Wohnungstür mit einfachem Schloss lasse sich oft zerstörungsfrei öffnen. Bei der abgeschlossenen Tür und der Mehrfachverriegelung kann Stufe vier nötig sein, bei einem verkanteten Bruchstück ausnahmsweise Stufe fünf. Was nie passiert, ist der Sprung: von der Schilderung am Telefon direkt zum Bohrer.

Vier Stufen, von links nach rechts ansteigend: schildern, ansehen, ohne Schaden öffnen, zerstören. Ein gestrichelter Bogen überspringt die dritte Stufe und ist durchgestrichen. 1 2 3 4 Schildern am Telefon Ansehen und einordnen Öffnen ohne Schaden Zerstören nur mit Grund der Sprung, den du stoppst
Die vier Stufen von links nach rechts. Der gestrichelte Bogen ist der Weg, den unseriöse Anbieter nehmen: von der Schilderung direkt zur zerstörenden Öffnung, ohne dass Stufe drei je stattgefunden hat.
StufeWas passiertZeitBelegte Zahl
1 — SchildernTürzustand, Türtyp, Uhrzeit; der Komplettpreis wird hier vereinbart, nicht vor Ortvor der Fahrtkeine; der am Telefon genannte Preis ist der geschuldete, sonst die ortsübliche Vergütung
2 — Ansehenzugezogen oder abgeschlossen, ein Verriegelungspunkt oder mehrereMinutenkeine; dieser Befund entscheidet über alles Weitere
3 — Öffnen ohne Schadender Normalfall bei zugezogener Tür, ohne Schaden am Schlossbis 15 Minuten deckt die Innungs-Grundpauschale, 15 bis 30 Minuten der ADAC-Standardtarif80 bis 150 Euro werktags tagsüber, 150 bis 250 Euro nachts, am Wochenende und am Feiertag (ADAC)
4 — Ohne Schaden, mit Spezialwerkzeugabgeschlossene Tür, Sicherheitstür, Mehrfachverriegelung„die Arbeit dauert länger“ (ADAC); eine Minutenangabe nennt keine Quelleab rund 200 Euro (ADAC); eine Obergrenze nennt keine Quelle
5 — Zerstörende Öffnungnur mit genanntem Grund, beziffertem Preis und deiner Zustimmung; danach ein neuer Zylindernicht belegtkeine; belegt ist allein ein Materialzuschlag von 36 Euro (Innungsempfehlung 2017)

Stand September 2026. Die Bänder stammen vom ADAC (Stand Juni 2026), die Tarifbestandteile aus der Preisempfehlung des Unternehmensverbands Metall Baden-Württemberg von 2017, abgedruckt bei Stiftung Warentest. Wo keine dieser Quellen eine Zahl nennt, steht hier keine.

Stufe 1 ist die teuerste, die übersprungen wird. Der Auftrag kommt am Telefon zustande, und der dort genannte Preis ist der vereinbarte. Wer dort keinen Komplettpreis nennt („das sieht der Monteur vor Ort“), verschiebt die Preisbildung in deine Notlage. Schildere deshalb so genau, wie du kannst: zugezogen oder abgeschlossen, ein Schloss oder mehrere Verriegelungspunkte, Holz oder Metall, welches Stockwerk. Auf Türzustand vergleichen steht jeder der fünf Fälle als beschriftete Zeichnung — dort findest du die Worte, die du am Telefon brauchst.

Stufe 2 ist die, die du beobachten kannst. Ein Fachbetrieb sieht sich die Tür an, bevor er etwas ansetzt: Falle oder Riegel, ein Punkt oder mehrere, Zylinder heil oder nicht. Wer aus dem Auto steigt und ohne diesen Blick zum Werkzeug greift, hat die Diagnose nicht gemacht, die den Preis rechtfertigt, den er gleich schreiben wird.

Warum hier keine einzige Methode erklärt wird

Die Stufen, nicht die Handgriffe

Auf dieser Seite steht nicht, welches Werkzeug wo angesetzt und wie es geführt wird. Das ist kein Versehen: eine Anleitung zum Öffnen einer fremden Tür nützt dem, der vor deiner steht, mehr als dir. Für dich ändert das Weglassen nichts. Wenn du danebenstehst, brauchst du keine Technik, sondern eine Erwartung — was jetzt an der Reihe wäre, was noch nicht, und woran du merkst, dass jemand eine Stufe überspringt.

Deshalb bleiben die Begriffe hier bewusst grob: zerstörungsfreie Öffnung, Spezialwerkzeug, zerstörende Öffnung. Sie reichen, um eine Rechnung zu lesen, einen Einwand zu formulieren und eine Zustimmung zu verweigern. Mehr brauchst du nicht, und mehr gehört hier nicht hin.

Was eine Tür wirklich schwerer macht

Schwerer wird eine Öffnung nicht durch die Uhrzeit und nicht durch deinen Wohnort — die Uhrzeit ist ein Zuschlag, der Ort wirkt nur auf die Anfahrt. Schwerer wird sie durch den Zustand der Tür, und dafür gibt es genau zwei belegte Aussagen.

  • Der Riegel statt der Falle. Bei der zugezogenen Tür ist allein die Falle eingeschnappt; bei der abgeschlossenen muss der Zylinder gedreht oder gezogen werden. Der ADAC beschreibt den Unterschied so: „Bei einer Sicherheitstür mit Mehrpunktverriegelung oder einem abgeschlossenen Schloss steigt der Aufwand jedoch erheblich: Fachleute benötigen Spezialwerkzeug, die Arbeit dauert länger, und häufig muss der Schließzylinder anschließend ersetzt werden.“
  • Mehrere Punkte statt einem. Bei einer Mehrfachverriegelung greifen beim Abschließen mehrere Bolzen oder Haken gleichzeitig in den Rahmen. Der ADAC nennt dafür dieselbe Untergrenze wie für die abgeschlossene Tür und macht zwischen beiden keinen Preisunterschied — wer dir für die Mehrfachverriegelung ein eigenes, höheres Grundniveau nennt, beruft sich auf niemanden.

Drei weitere Fälle machen es unstrittig schwerer, aber keine Verbraucherschutzquelle nennt dafür eine Zahl oder auch nur eine Dauer: ein von innen steckender Schlüssel, ein im Zylinder abgebrochener Schlüssel und ein Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion. Für diese drei existiert keine Referenzzahl, gegen die du hinterher eine Rechnung halten könntest — deshalb ist gerade hier der Komplettpreis am Telefon wichtig, und zwar für beide möglichen Ausgänge: mit und ohne Zylindertausch.

Was eine Tür dagegen nicht schwerer macht: dass es Nacht ist, dass Sonntag ist, dass du im dritten Stock wohnst oder dass die Tür „modern“ aussieht. Das sind Zuschlagsgründe oder gar keine — keiner davon ändert etwas daran, welche Stufe der Leiter erreicht werden muss.

Wann eine zerstörende Öffnung berechtigt ist

Dann, wenn der Zylinder sich nicht mehr drehen oder ziehen lässt. Belegt sind drei Situationen, in denen das vorkommt:

  • Ein abgeschlossener Sicherheitszylinder, der widersteht. Für die abgeschlossene Tür und die Mehrpunktverriegelung sagt der ADAC, dass der Schließzylinder anschließend häufig ersetzt werden muss. Das ist der belegte Kern: nicht „Sicherheitstür, also bohren“, sondern „Öffnung versucht, Zylinder danach hin“.
  • Ein verkantetes Bruchstück. Steckt ein abgebrochener Schlüssel so im Kanal, dass er sich nicht mehr herausziehen lässt, bleibt am Ende nur die zerstörende Öffnung mit anschließendem Zylindertausch.
  • Ein defektes Schloss. Ist der Mechanismus selbst kaputt, ist die Öffnung ohnehin nur der erste Teil des Auftrags — und die Frage, wer ihn bezahlt, eine andere (siehe unten).

Wie selten das ist, sagt die Handwerksseite selbst: In 99 Prozent der Fälle ist eine Türöffnung ohne Beschädigung möglich — so die Innung, zitiert von der Verbraucherzentrale Hamburg. Diese Zahl ist dort auf keinen Türzustand eingeschränkt, und sie ist die stärkste zitierbare Zahl gegen den Bohrer. Dieselbe Stelle beschreibt das Gegenmuster wörtlich: „Nicht selten beschädigen die Handwerker die Tür oder das Schloss und geben vor, auf andere Weise sei eine Öffnung nicht möglich. Bei der Gelegenheit werden neue Schlösser oder Beschläge verkauft — fast immer zu überhöhten Preisen.“

Berechtigt wird die Zerstörung nicht durch die Tür, sondern durch das Verfahren. Drei Dinge müssen vorher passiert sein, und alle drei kannst du im Moment selbst prüfen: ein sichtbarer Versuch auf Stufe drei oder vier, ein genannter Grund, warum er nicht zum Ziel führt, und ein bezifferter Preis für Zylinder und Einbau. Erst danach kommt deine Zustimmung, und der Zylindertausch ist eine eigene Leistung, die eine eigene Zustimmung braucht. Fehlt eines der drei, sagst du nein — und das darfst du, auch mitten im Einsatz.

Was der Bohrer auf der Rechnung anrichtet

Der Sprung über Stufe drei ist kein technischer, sondern ein kaufmännischer. Eine zugezogene Tür, werktags tagsüber ohne Schaden geöffnet, liegt im belegten Band des ADAC: 80 bis 150 Euro, Anfahrt aus der Umgebung und 15 bis 30 Minuten Arbeit inbegriffen. Ist der Zylinder zerstört, ist es genau das nicht mehr — und zwar in dreifacher Hinsicht:

  • Der Maßstab fällt weg. Die Innungsempfehlung, die einzige abgedruckte Zahlentafel, gilt ausdrücklich nur für „einfache Türöffnungen, die bis zu 15 Minuten dauern“. Auf einen Einsatz mit Zylindertausch darf sie nicht angewandt werden — der Vergleichsmaßstab, mit dem du die Rechnung prüfen würdest, existiert dann nicht mehr.
  • Das Material hat keinen belegten Preis. Einen Marktpreis für einen Schließzylinder nennt keine Verbraucherschutzquelle; der ADAC verzichtet ausdrücklich darauf. Belegt ist allein ein Materialzuschlag von 36 Euro in der Innungsempfehlung von 2017 — ein Zuschlag für den Materialeinsatz, nicht der Preis des Bauteils. Genau in diese Lücke wird ein Standardzylinder als „Sicherheitszylinder“ abgerechnet, ohne Typbezeichnung auf der Rechnung.
  • Die Arbeit wird neu bewertet. Aus einer Öffnung wird eine Öffnung plus Ausbau plus Einbau, und für den ganzen Vorgang nennt keine der zitierbaren Quellen ein Band. Der ADAC nennt für die abgeschlossene Tür, die Mehrfachverriegelung und die Sicherheitstür „ab rund 200 Euro“ und keine Obergrenze.

Wohin das führen kann, zeigen zwei Verfahren, die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale Hamburg dokumentieren. Vor dem Amtsgericht München (Az. 171 C 7243/19) ging es um rund 860 Euro für eine Türöffnung mit Schlosswechsel in einer Sonntagnacht. Das Amtsgericht Lingen (Az. 4 C 529/16) hielt von 308 geforderten Euro rund 112 Euro für üblich und sprach dem Kunden 196 Euro zu — es bestimmte die übliche Vergütung anhand einer Innungs-Preisempfehlung, dieselbe Art Tafel, die oben in der Tabelle steht.

Die Grenze nach oben ist deshalb keine Eurozahl, sondern ein Verhältnis. Der Bundesgerichtshof hat im Januar 2020 (Az. 1 StR 113/19) entschieden: „Bereits das Ausgesperrtsein aus der eigenen Wohnung begründet regelmäßig eine Zwangslage im Sinne des Wuchertatbestands, ohne dass weitere besonders bedrängende Umstände hinzutreten müssten.“ Ein auffälliges Missverhältnis nahm das Gericht an, weil der Werklohn den üblichen Marktpreis regelmäßig um mehr als das Doppelte überstieg. Das ist die Schwelle, ab der es das Missverhältnis bejaht hat, und keine Grenze, bis zu der alles erlaubt wäre. Einen Eurobetrag nennt das Urteil nicht: es ist ein Strafurteil zu § 291 StGB und trägt deine Anzeige; dass ein wucherischer Vertrag nichtig ist, folgt aus § 138 BGB und nicht aus diesem Urteil. Unabhängig davon nennt der ADAC Forderungen von 300, 500 oder gar 800 Euro für eine einfache Öffnung am Tag ein starkes Warnsignal.

Wer den neuen Zylinder zahlt

Hast du dich selbst ausgesperrt, zahlst du die Öffnung und einen etwaigen neuen Zylinder selbst. Zwei Fälle liegen anders, und beide entscheiden sich vor dem Anruf beim Notdienst:

  • Der Zylinder war verschlissen. Brach der Schlüssel deshalb ab, ist das ein Mangel der Mietsache — dann gehört der Auftrag dem Vermieter oder der Hausverwaltung, nicht dir. Ein Anruf dort, bevor jemand losfährt, ist der eigentliche Hebel dieses Falls.
  • Das Schloss ist defekt. Dasselbe: eine defekte Tür ist Sache des Vermieters, und viele Hausverwaltungen haben ohnehin einen Vertrag mit einem Betrieb zu festen Preisen oder einen Hausmeister mit Generalschlüssel.

In jedem dieser Fälle gilt dasselbe kleine Ritual nach der Arbeit: lass dir den alten Zylinder und alle Bruchstücke mitgeben und verlange Typbezeichnung und Schlüsselanzahl des neuen Zylinders auf der Rechnung. Ohne den alten Zylinder fehlt der Beweis, dass er nicht zu öffnen war — und ohne Typbezeichnung der Beweis, dass der eingebaute das war, was abgerechnet wurde. Beides brauchst du gegenüber dem Vermieter genauso wie gegenüber der Verbraucherzentrale.

Was die Rechnung enthalten darf

Belegt ist der Aufbau einer Rechnung nur für die einfache Türöffnung bis 15 Minuten, und zwar aus der Preisempfehlung des Unternehmensverbands Metall Baden-Württemberg von 2017, abgedruckt bei Stiftung Warentest: eine Grundpauschale — in Städten über 100.000 Einwohnern 88,50 Euro am Werktag —, multipliziert mit 1, 1,5, 2 oder 2,5 je nach Wochentag und Uhrzeit, dazu 36 Euro Fahrtkosten, 1,20 Euro je Kilometer, 18,90 Euro für jede angefangene Viertelstunde über die ersten 15 Minuten hinaus und 36 Euro Zuschlag, wenn Material anfällt. Die Zahlen sind von 2017 und hier bewusst nicht hochgerechnet; eine hochgerechnete Zahl wäre eine erfundene.

Daran misst sich, was sonst noch auftaucht:

  • Zeitzuschlag: ja, aber als Faktor. Zuschläge von 50 bis 100 Prozent sind laut ADAC üblich, die Innungsstaffel erreicht am Feiertag das 2,5-Fache der Werktagspauschale. Eine gesetzliche Obergrenze gibt es nicht — wer dir sagt, mehr als das Doppelte sei verboten, erfindet eine Regel.
  • Anfahrt: ja, wenn vorher genannt. Nach § 312a BGB darf ein Betrieb Fahrt- und sonstige Kosten nur verlangen, soweit er dich vor dem Auftrag darüber informiert hat. Wirbt er mit einer Nummer mit deiner örtlichen Vorwahl, musst du nach Auskunft der Verbraucherzentrale ohnehin nur die An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen bezahlen.
  • Material: als Zuschlag belegt, als Preis nicht. Die 36 Euro sind ein Materialzuschlag. Der Zylinder selbst gehört als eigener, vorher bezifferter Posten auf die Rechnung, mit Typbezeichnung.
  • „Spezialwerkzeug“ als eigene Zeile: in keiner Quelle. Dass Spezialwerkzeug nötig ist, steht beim ADAC als Beschreibung des Aufwands — nicht als zusätzlich abrechenbarer Posten neben der Arbeitszeit, die es bereits enthält.
  • Sofortzuschlag, Bereitstellungspauschale, Notdienstpauschale: erklären lassen. Keine dieser Positionen kommt in einer der zitierbaren Quellen vor. Was nicht vereinbart war, streichst du vor der Unterschrift, oder du unterschreibst mit dem Zusatz „unter Vorbehalt“.

Häufige Fragen zu Reihenfolge und Werkzeug

Darf der Schlüsseldienst meine zugezogene Tür aufbohren?

Bei einer nur zugezogenen Tür ist das praktisch nie nötig: eingeschnappt ist allein die Falle, und die Innung selbst hält eine Türöffnung ohne Beschädigung in 99 Prozent der Fälle für möglich — zitiert von der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer dort ohne jeden sichtbaren Versuch zur Bohrmaschine greift, repariert nicht, sondern verkauft dir anschließend einen Zylinder. Der Zylindertausch ist eine eigene Leistung: er braucht deine Zustimmung, vorher, mit genanntem Grund und beziffertem Preis.

In welcher Reihenfolge arbeitet ein seriöser Schlüsseldienst?

Von unten nach oben: erst die Schilderung am Telefon mit einem Komplettpreis, dann das Ansehen der Tür vor Ort, dann die Öffnung ohne Schaden, dann die Öffnung ohne Schaden mit Spezialwerkzeug — und erst ganz zuletzt die zerstörende Öffnung mit neuem Zylinder. Jede übersprungene Stufe ist der Punkt, an dem du nachfragst. Welche Stufe überhaupt erreicht wird, entscheidet der Zustand der Tür, nicht die Uhrzeit und nicht dein Wohnort.

Wann ist eine zerstörende Öffnung wirklich berechtigt?

Wenn der Zylinder sich nicht mehr drehen oder ziehen lässt: bei einem abgeschlossenen Sicherheitszylinder, der widersteht, bei einem verkanteten Bruchstück eines abgebrochenen Schlüssels oder bei einem defekten Schloss. Für die abgeschlossene Tür und die Mehrpunktverriegelung sagt der ADAC, dass der Schließzylinder anschließend häufig ersetzt werden muss; das ist der belegte Teil. Berechtigt wird sie aber erst dadurch, dass der Grund genannt, der Preis beziffert und deine Zustimmung eingeholt wurde, bevor jemand ansetzt.

Wer zahlt den neuen Schließzylinder?

Hast du dich selbst ausgesperrt, zahlst du ihn selbst. War der Zylinder verschlissen und brach der Schlüssel deshalb ab, ist das ein Mangel der Mietsache — dann gehört der Auftrag dem Vermieter oder der Hausverwaltung, und der Anruf dort kommt vor dem Anruf beim Notdienst. Lass dir in jedem Fall den alten Zylinder und alle Bruchstücke mitgeben: ohne sie fehlt der Beweis, dass er nicht zu öffnen war.

Was darf auf der Rechnung stehen?

Belegt sind die Bestandteile der Preisempfehlung des Unternehmensverbands Metall Baden-Württemberg von 2017, abgedruckt bei Stiftung Warentest: eine Grundpauschale, in Städten über 100.000 Einwohnern 88,50 Euro am Werktag, multipliziert mit 1, 1,5, 2 oder 2,5 je nach Wochentag und Uhrzeit, dazu 36 Euro Fahrtkosten, 1,20 Euro je Kilometer, 18,90 Euro für jede angefangene Viertelstunde über die ersten 15 Minuten hinaus und 36 Euro Zuschlag, wenn Material anfällt. Sie gilt ausdrücklich nur für einfache Türöffnungen bis 15 Minuten. Posten wie Sofortzuschlag, Bereitstellungspauschale oder Spezialwerkzeug als eigene Zeile stehen in keiner dieser Quellen und musst du dir vor der Unterschrift erklären lassen.

Was kostet es, wenn der Zylinder ersetzt werden muss?

Dafür gibt es keine belegte Zahl. Einen Marktpreis für einen Schließzylinder nennt keine Verbraucherschutzquelle, der ADAC verzichtet ausdrücklich darauf. Belegt ist allein ein Materialzuschlag von 36 Euro in der Innungsempfehlung — ein Zuschlag für den Materialeinsatz, nicht der Preis des Bauteils. Verlange deshalb vor dem Einbau zwei Zahlen, eine für den Zylinder und eine für den Einbau, und danach Typbezeichnung und Schlüsselanzahl auf der Rechnung.

Diese Seite ist ein Ratgeber, keine Rechtsberatung und kein Anbieterverzeichnis. Sie beschreibt die Reihenfolge und die Beurteilung einer Türöffnung, ausdrücklich keine Öffnungstechnik. Die Zeichnung ist schematisch. Die genannten Preise sind Orientierungswerte aus den Veröffentlichungen von ADAC, Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest; wo keine dieser Quellen eine Zahl nennt, steht hier keine. Im Einzelfall entscheiden Tür, Schloss und Uhrzeit. Bei einer konkreten Rechnung hilft die Verbraucherzentrale deines Bundeslandes.